Jede Suche in deinem Shop ist eine kleine Nachricht deiner Kund:innen. Sie schreiben in eigenen Worten, was sie erwarten, und das ganz ohne Umfrage. Ob du diese Nachrichten später lesen kannst, entscheidet sich beim Einrichten.
Fehlt dieser Schritt, werden Suchbegriffe nirgends gespeichert, Suchen ohne Treffer tauchen in keinem Bericht auf, und die Testsuchen aus dem eigenen Büro landen zwischen den echten Kundendaten. Dazu kommen Suchergebnisseiten, die Google indexiert, obwohl sie dort nicht hingehören.
Hier geht es um die Technik: woher die Suchdaten kommen, wie du Suchen ohne Treffer und internen Traffic sauber erfasst, warum Suchergebnisseiten nicht in den Google-Index gehören und welche Einstellungen die Suche selbst braucht. Warum Suchdaten dir in der Sprache deiner Kund:innen zeigen, was im Shop fehlt, und warum du sie auswerten solltest, bevor du Tools kaufst, beschreibe ich im Artikel über das Auswerten der internen Suche.
Woher kommen deine Suchdaten?
Suchdaten entstehen an drei Stellen: im Shopsystem selbst, in einem zusätzlichen Such-Plugin und in deiner Webanalyse, also etwa Google Analytics 4 (GA4) oder Matomo. Die Quellen ergänzen sich. Fang trotzdem beim Shopsystem an, denn dort steckt manchmal schon alles, was du brauchst.
Was zeichnet dein Shopsystem auf?
Viele Shopsysteme speichern Suchbegriffe im Backend, also im Verwaltungsbereich, den Kund:innen nicht sehen. Manche zeigen zusätzlich, wie viele Treffer eine Suche hatte. Die Tabelle fasst zusammen, was die Hersteller in ihrer Dokumentation beschreiben, Stand Oktober 2026.
| System | Suchbegriffe und Suchen ohne Treffer | Synonyme oder Zuordnungen | Gewichtung der Treffer | Weiterleitung für Suchbegriffe |
|---|---|---|---|---|
| Shopify mit der App Search & Discovery1 | Bericht „Top-Onlineshop-Suchen ohne Ergebnisse“ | Synonymgruppen | Produktboosts | nicht dokumentiert |
| Shopware 6 im Standard2 | nicht dokumentiert | nur mit Advanced Search | Ranking-Punktzahl je Feld | nur mit Advanced Search |
| Shopware 6 mit Advanced Search3 | nicht dokumentiert | gleichwertige Begriffe oder feste Zuordnung | zusätzlich Boostings | ja, als „Aktionen“ |
| Magento / Adobe Commerce4 | Bericht „Search Terms“ mit Treffer- und Suchanzahl, Export als CSV | Synonymgruppen, im Standard nur für Name und SKU | nicht dokumentiert | ja, pro Suchbegriff |
| JTL-Shop 556 | Statistiken > Suchanfragen, mit eigenem Reiter „Suchanfragen mit 0 Treffern“ | Mapping, auch für Suchen ohne Treffer | Suchpriorität je Feld | nicht dokumentiert |
| plentyShop7 | nicht dokumentiert | nicht dokumentiert | Boost je Artikeldatenfeld | nicht dokumentiert |
| WooCommerce8 | im Standard nicht dokumentiert, Berichte über die Erweiterung WooCommerce Product Search | nicht dokumentiert | nicht dokumentiert | nicht dokumentiert |
| xt:Commerce 69 | nicht dokumentiert | nicht dokumentiert | Konfiguration über eine Datei, also eher Sache der Entwicklung | nicht dokumentiert |
„Nicht dokumentiert“ heißt, dass die Herstellerdoku die Funktion nicht beschreibt. Es heißt nicht zwingend, dass es sie nicht gibt. Frag in diesem Fall beim Anbieter nach oder schau selbst im Backend nach.
Ein paar Besonderheiten solltest du kennen. Die Advanced Search von Shopware gibt es ab dem Plan Evolve, und sie setzt eine OpenSearch-Instanz voraus, also eine eigene Such-Datenbank.3 Bei JTL-Shop wird die eingebaute Statistik der Suchanfragen nicht genutzt, sobald das Zusatzmodul JTL-Search aktiv ist.5 Und für WooCommerce beschreibt die Doku Suchberichte nur für die Erweiterung WooCommerce Product Search.8 Ob deine Installation ohne Erweiterung Suchbegriffe speichert, prüfst du am besten selbst.
Was erfasst Google Analytics 4?
GA4 erfasst Suchen über die sogenannten optimierten Analysen, eine Gruppe von Messungen, die du ohne Codeänderung einschaltest. Eine davon ist die Website-Suche. Sie löst das Ereignis view_search_results aus, sobald eine Suchergebnisseite aufgerufen wird, und speichert den Suchbegriff als search_term.10
Eine Suche erkennt GA4 am Suchparameter in der Adresse. Das ist der Teil hinter dem Fragezeichen, der den Suchbegriff trägt, zum Beispiel ?q=gartenschere. Standardmäßig achtet GA4 auf fünf Parameter: q, s, search, query und keyword. Weitere kannst du in den Einstellungen ergänzen.10
So prüfst du, ob das bei dir funktioniert:
- Such in deinem Shop nach einem beliebigen Begriff.
- Schau in die Adresszeile und such dort deinen Begriff. Der Name direkt davor ist dein Suchparameter.
- Steht er nicht in der Liste oben, trag ihn in GA4 unter Verwaltung, Datenstreams und den Einstellungen der optimierten Analysen nach.10
- Ändert sich die Adresse bei einer Suche gar nicht, erkennt GA4 die Suche auf diesem Weg nicht. Dann braucht es die Entwicklung.
Rechne nicht damit, dass GA4 jede Suche sieht. Lehnen Besucher:innen im Cookie-Banner die Analyse ab, schreibt GA4 keine Analyse-Cookies. Je nach Einrichtung kommen dann nur Pings ohne Cookies an, aus denen Google die Lücken per Modellierung schätzt, oder gar keine Daten.11 Für Muster und Rangfolgen reichen die Zahlen, für exakte Mengen nicht. Wie viel sich überhaupt noch messen lässt, bekommt einen eigenen Beitrag.
Gibt es eine Alternative zu GA4?
Matomo ist eine Webanalyse, die es als Cloud-Dienst und zum Betrieb auf eigenen Servern gibt. Auch Matomo erkennt Suchen an Parametern in der Adresse, standardmäßig an q, query, s, search, searchword, k und keyword. Dazu kommt ein eigener Bericht für Suchbegriffe ohne Treffer. Damit er sich füllt, muss allerdings jemand den Tracking-Code auf der Ergebnisseite so anpassen, dass er die Anzahl der Treffer mitschickt.12
Wie erfasst du Suchen ohne Treffer?
Suchen ohne Treffer sind die ehrlichsten Daten, die deine Suche liefert. Entweder fehlt ein Produkt im Sortiment, oder es heißt bei dir anders als in den Köpfen deiner Kund:innen. Damit du das siehst, muss irgendwo gespeichert werden, wie viele Treffer eine Suche hatte.
GA4 tut das von sich aus nicht. Das Ereignis für die Website-Suche speichert den Suchbegriff, aber keine Trefferzahl.10 Geh deshalb in dieser Reihenfolge vor:
- Prüf, ob dein Shopsystem oder dein Such-Plugin Suchen ohne Treffer schon ausweist. Shopify, Magento und JTL-Shop bringen solche Berichte mit.145
- Wenn nicht, bitte die Entwicklung, bei jeder Suche die Anzahl der Treffer an deine Webanalyse mitzuschicken, in GA4 etwa als eigenen Parameter über den Google Tag Manager. In Matomo ist dafür ein eigenes Feld vorgesehen.12
- Leg danach fest, wo und wie oft du dir die Suchen ohne Treffer ansiehst, damit die Daten nicht nur gesammelt werden.
Was sind Suchausstiege und Verfeinerungen?
Zwei weitere Kennzahlen zeigen, ob die Treffer brauchbar waren. Ein Suchausstieg liegt vor, wenn jemand sucht und die Website danach verlässt, ohne ein Ergebnis anzuklicken oder eine andere Seite aufzurufen. Eine Verfeinerung liegt vor, wenn jemand direkt danach mit einem veränderten Begriff erneut sucht, etwa erst nach „Schuhe“ und dann nach „Sportschuhe“.13
Viele Suchausstiege bei einem Begriff sprechen dafür, dass die Treffer nicht passen. Viele Verfeinerungen deuten eher auf unpassende Suchvorschläge oder auf Filter, die niemand bemerkt.13 Je nach Tool stehen diese Kennzahlen fertig im Bericht, oder du musst sie dir selbst zusammenstellen.
Markiere internen Traffic, statt ihn zu löschen
In deinem Shop sucht auch das eigene Team. Der Kundenservice sucht eine Bestellung nach, das Marketing prüft eine Aktion, und wer den Shop betreut, testet nach jeder Änderung. All diese Suchen landen ohne Gegenmaßnahme in denselben Berichten wie die deiner Kund:innen.
Ich empfehle, diese Suchen zu markieren, statt sie zu löschen. Gelöschte Daten fehlen dir später, wenn du wissen willst, wonach dein Vertrieb sucht oder ob eine Testsuche einen Fehler gezeigt hat.
Wie funktioniert der Filter in GA4?
GA4 arbeitet in zwei Schritten.14
- Du legst fest, was interner Traffic ist. Das geschieht über eine IP-Adresse oder einen IP-Bereich, also die Internetadresse deines Büros. GA4 hängt an jedes passende Ereignis den Parameter traffic_type, standardmäßig mit dem Wert „internal“.
- Du legst einen Datenfilter für diesen Wert an und wählst einen von drei Status.
- Aktiv: Die gefilterten Daten werden dauerhaft nicht verarbeitet, weder jetzt noch später, und stehen auch in BigQuery nicht zur Verfügung.
- Test: Die Daten bleiben erhalten. GA4 kennzeichnet sie mit der Dimension „Name des Testdatenfilters“, und du kannst sie in explorativen Analysen ein- oder ausblenden.
- Inaktiv: Der Filter wird nicht ausgewertet.
Wenn du markieren willst, bleibt der Filter dauerhaft im Status Test. Google beschreibt diesen Status zum Prüfen vor der Aktivierung. Ihn auf Dauer zu nutzen, ist eine Praxislösung, keine offizielle Empfehlung. Den Status Aktiv solltest du dir gut überlegen, denn Daten, die ein aktiver Filter ausschließt, holst du nicht mehr zurück.14 (Es ist eines der wenigen Häkchen in GA4, dessen Folgen sich nicht rückgängig machen lassen.)
Pro Property sind bis zu zehn Datenfilter möglich, und bis ein Filter greift, können 24 bis 36 Stunden vergehen.14 Die Grenze des Verfahrens liegt in der IP-Adresse. Wer im Homeoffice oder unterwegs über das Handy sucht, hat eine andere Adresse und landet trotzdem in den Kundendaten.
Was ist mit dem Vertrieb?
Der Vertrieb sucht anders als Kund:innen, zum Beispiel nach Artikelnummern, internen Kürzeln oder Kundennamen. Diese Suchen verfälschen die Kundendaten, sind für sich genommen aber wertvoll. Trenn sie deshalb, statt sie wegzufiltern.
Den Wert für traffic_type darfst du frei wählen.14 Du kannst also für das Vertriebsbüro eine eigene Regel mit einem eigenen Wert anlegen, etwa „vertrieb“, und den Rest des Büros als „internal“ kennzeichnen. Sucht der Vertrieb nach Kundennamen, landen dabei personenbezogene Daten in der Statistik. Was du dagegen tun kannst, steht weiter unten im Abschnitt zu persönlichen Daten.
Halte Suchergebnisseiten aus Google heraus
Jede Suche erzeugt eine eigene Adresse. Bei unbegrenzt vielen möglichen Suchbegriffen entstehen unbegrenzt viele Seiten, die sich kaum unterscheiden. Solche unendlichen URL-Räume sollst du laut Google per robots.txt vom Crawling ausschließen, also davon, dass Googles Crawler die Seiten überhaupt abruft.15
Interne Suchergebnisseiten nennt Google in seiner aktuellen Doku nicht als eigenen Fall. Zwei Stellen passen aber genau. Eine leere interne Suchergebnisseite führt Google als Beispiel für einen Soft 404 auf, also eine Fehlerseite, die dem Crawler trotzdem meldet, alles sei in Ordnung.15 Und die Spam-Richtlinien zählen zu den Doorway-Seiten viele ähnliche Seiten, die eher Suchergebnissen ähneln als einer klaren Kategoriestruktur.16
Warum robots.txt und nicht noindex?
Eine Seite mit noindex muss Google trotzdem abrufen, um das noindex zu lesen, und verwirft sie erst danach. Google rät deshalb, Seiten, die gar nicht gecrawlt werden sollen, per robots.txt zu sperren statt mit noindex.17 Die passende Regel hängt davon ab, unter welcher Adresse dein Shop Suchergebnisse ausliefert. Lass sie im Zweifel von der Entwicklung formulieren und prüf danach, dass keine Kategorien versehentlich mitgesperrt sind.
Warum die robots.txt den Abruf regelt und nicht die Indexierung, erkläre ich ausführlich im Artikel zur robots.txt.
Was tust du, wenn sie schon im Index sind?
Bei Seiten, die schon im Index sind, kommt es auf die Reihenfolge an. Ein noindex wirkt nur, wenn Google die Seite abrufen darf. Sperrst du sie sofort per robots.txt, sieht Google das noindex nie, und die Seiten können in den Suchergebnissen bleiben, zum Beispiel wenn andere Seiten auf sie verlinken.18
- Setz auf alle Suchergebnisseiten ein noindex.
- Warte, bis die Seiten aus dem Index verschwunden sind. Bis Google eine Seite erneut abruft, können je nach Bedeutung der Seite Monate vergehen. Über die URL-Prüfung der Search Console kannst du einen neuen Abruf anstoßen.18
- Sperr die Suchergebnisseiten erst danach per robots.txt.
Dass ein noindex nur greift, wenn Google die Seite crawlen darf, steht auch in meinem Artikel zur Indexierbarkeit.
Lass nicht alles in den Index
Alle Suchergebnisseiten in den Index zu lassen, kommt für mich nicht infrage. Wenn überhaupt, dann für einzelne Begriffe: wenn deine Suchdaten zeigen, dass ein Begriff im Shop oft gesucht wird, und es dafür auch außerhalb deines Shops Suchvolumen gibt. Selbst dann ist meist eine Unterkategorie oder eine eigene Landingpage die bessere Lösung, weil du Inhalt und Aufbau selbst bestimmst.
Prüf außerdem, ob dein System Suchbegriffe von sich aus für Google sichtbar macht. Magento hat eine Seite mit beliebten Suchbegriffen, die standardmäßig aktiviert ist und laut Adobe von Suchmaschinen indexiert wird.4 Ob du das willst, solltest du bewusst entscheiden.
Betrifft das auch kleine Shops?
Googles Leitfaden zum Crawl-Budget, also zu der Menge an Seiten, die Google auf einer Website abrufen kann und will, richtet sich an große Websites. Als grobe Orientierung nennt Google mehr als eine Million Seiten mit wöchentlich wechselnden Inhalten oder mehr als 10.000 Seiten mit täglichen Änderungen.17 Ein kleiner Shop liegt meist weit darunter.
Das Sperren lohnt sich trotzdem. Für kleine Shops ist der wichtigere Grund, dass Google sonst leere oder fast gleiche Ergebnisseiten findet, die als Soft 404 oder als dünne Seiten ohne eigenen Inhalt auffallen. Die Sperre ist eine Zeile in einer Datei, der Aufwand also überschaubar.
Welche Einstellungen braucht deine Suche?
Bevor du für bessere Suchergebnisse ein Tool kaufst, schau dir an, was dein System schon kann, und sprich mit deiner Entwicklung. Häufig fällt Entwickler:innen eine einfache Lösung mit Bordmitteln ein, an die sonst niemand gedacht hat.
Synonyme pflegen
Kund:innen nennen Produkte anders als dein Katalog. Synonyme verbinden beide Sprachen. Shopify gibt dazu zwei brauchbare Regeln mit. Pack nur Begriffe in eine Gruppe, die sich wirklich ersetzen, also nicht „Männer“ und „Jungen“. Und denk bei zusammengesetzten Wörtern an alle Schreibweisen, etwa „Gürteltasche“, „Gürtel Tasche“ und „Gürtel-Tasche“.1
Manche Systeme bieten feste Zuordnungen. In JTL-Shop kannst du eine Suche ohne Treffer, etwa „keyboard“, mit einem Begriff verknüpfen, der Treffer liefert, etwa „Tastatur“.5 Shopware bietet Synonyme erst mit der Advanced Search, dort als gleichwertige Begriffe oder als feste Zuordnung.3
Hat dein System keine eigene Synonymverwaltung, gibt es oft einen Umweg. Viele Systeme durchsuchen ein Feld für Suchbegriffe am Artikel. Shopware nennt es „Eigene Suchbegriffe“, JTL-Shop „Suchbegriffe eines Artikels“, plentyShop führt Keywords in den Artikeldaten.267 Dort pflegst du die Synonyme direkt am Produkt. Je nach System durchsucht die Shopsuche auch das Feld für die Meta-Keywords. Prüf, ob das bei dir so ist, denn dann kannst du es gefahrlos nutzen. Google verwendet das Meta-Keywords-Tag nicht, weder für die Indexierung noch für das Ranking.19 (Ein Feld, das Google ignoriert, hat in der Shopsuche also doch noch eine Aufgabe.)
Tippfehler tolerieren
Tippfehler sind normal. Eine gute Suche fängt sie ab, ohne dass du jede Falschschreibung als Synonym anlegen musst. Shopify berücksichtigt Tippfehler laut eigener Doku automatisch.1 Shopware erkennt mit Elasticsearch unterschiedliche Schreibweisen, etwa „1,5 l“ und „1.5 l“, „500 ml“ und „500ml“ oder die Artikelnummer „AB123“ auch als „AB 123“.2
Ob deine Suche das kann, findest du am schnellsten selbst heraus. Tipp ein paar typische Fehler ein und schau, was passiert.
Felder gewichten
Die Suche behandelt nicht jedes Feld gleich. In JTL-Shop legst du für jedes Feld eine Suchpriorität fest, der Wert 0 nimmt es ganz aus der Suche heraus. JTL weist außerdem darauf hin, dass die Suche in Beschreibungstexten viele irrelevante Treffer erzeugt, wenn überwiegend nach Nummern oder kurzen Begriffen gesucht wird.6 Shopware arbeitet mit einer Ranking-Punktzahl je Feld,2 plentyShop mit einem Boost-Wert je Artikeldatenfeld.7
Prüf außerdem, ob Artikelnummern zuverlässig gefunden werden. plentyShop gewichtet die IDs in den Standardeinstellungen sehr hoch, sodass Suchen nach Zahlen zuerst in diesen Feldern landen.7 Gerade Vertrieb und Geschäftskund:innen suchen oft nach Nummern.
Sortierung festlegen
Die Sortierung entscheidet, was oben steht. plentyShop rät bei unpassenden Ergebnissen, die Standardsortierung auf Relevanz umzustellen.7 In JTL-Shop legst du die Standardsortierung und die angebotenen Sortiermöglichkeiten fest.6 Shopify zeigt nicht vorrätige Produkte standardmäßig nach allen anderen Treffern an, du kannst sie aber auch ausblenden.1
Überleg dir, was deine Kund:innen zuerst sehen sollen. In den meisten Shops ist das ein Produkt, das zur Suche passt und lieferbar ist.
Brauchst du eine KI-Suche?
„Wir brauchen jetzt eine KI-Suche“ ist schnell gesagt. Ob sie deinen Kund:innen etwas bringt, zeigen dir die Suchdaten, die du gerade einrichtest.
Die Angebote haben Voraussetzungen. Die semantische Suche von Shopify, die die Absicht hinter einer Suche besser erkennen soll, gibt es derzeit nur für englischsprachige Storefronts mit weniger als 200.000 Produkten und nur in bestimmten Tarifen.1 Die kontextbasierte Suche im AI Copilot von Shopware setzt mindestens den Plan Rise voraus. Shopware weist selbst darauf hin, dass sie ungenauer wird, wenn Beschreibungen und Bilder fehlen.3 Beides kann sich schnell ändern, prüf deshalb den aktuellen Stand beim Anbieter.
Ich würde in dieser Reihenfolge vorgehen: erst Daten sammeln, dann die Fehler beheben, die sie zeigen, und erst danach ausrechnen, welchen Mehrumsatz du dir von einem neuen Such-Tool erwartest. Prüf dabei, ob du ihn nicht auch anders erreichst, etwa über eine bessere Kategoriestruktur. Für die meisten Shops lohnt sich ein zusätzliches Such-Tool aus meiner Sicht nicht. Warum jedes zusätzliche Plugin Ladezeit, Updates und Lizenzgebühren kostet, auch ein gut gemachtes, habe ich im Artikel über Plugin-Wildwuchs beschrieben.
Halte persönliche Daten aus den Suchberichten heraus
In Suchfelder landen auch E-Mail-Adressen, Namen oder Telefonnummern. Google untersagt, personenidentifizierbare Informationen an Analytics zu senden, und weist ausdrücklich darauf hin, dass Nutzer:innen solche Daten in Such- und Formularfelder eintippen. Sie müssen entfernt werden, bevor sie an Analytics gehen.20
In GA4 kannst du dafür die Datenentfernung einrichten. Sie entfernt E-Mail-Adressen nach bestem Bemühen und URL-Parameter nach deinen Vorgaben, ohne dass jemand Code schreiben muss.20 Für alles darüber hinaus, etwa Kundennamen aus Vertriebssuchen, braucht es eine Lösung der Entwicklung, die solche Eingaben vor dem Senden herausfiltert.
Googles Begriff der personenidentifizierbaren Informationen ist enger als der Begriff der personenbezogenen Daten in der DSGVO. Auch was Google nicht als personenidentifizierbar einstuft, kann nach der DSGVO personenbezogen sein.21 Das gilt ebenso für die Suchbegriffe, die dein Shopsystem speichert. Kläre mit deinem Anbieter und deiner Datenschutzberatung, ob das Speichern in deiner Datenschutzerklärung abgedeckt ist. Das hier ist keine Rechtsberatung.
Eingerichtet heißt nicht erledigt
Shops werden oft gekauft, eingerichtet und danach behandelt wie ein Regal, das nach dem Aufbau niemand mehr anfasst. Bei der Suche fällt das besonders auf, denn die größten Probleme findet jede Person, die einmal selbst sucht.
Such deshalb vor dem Livegang und nach jeder Änderung an Sortiment, Produktdaten oder Sucheinstellungen selbst in deinem Shop. Prüf dabei mindestens diese Fälle:
- einen Begriff mit Tippfehler
- einen Begriff in Einzahl und in Mehrzahl
- ein Synonym, das deine Kund:innen statt deiner Produktbezeichnung benutzen
- eine Artikelnummer, mit und ohne Leerzeichen
- einen Begriff, den du nicht führst, und ob diese Suche danach als Suche ohne Treffer in deinem Bericht auftaucht
Wer die Suche später betreut, sollte wissen, wo welche Einstellung sitzt und was sie bewirkt. Das gehört zur Einweisung beim Einrichten. Die übernimmt nicht zwingend eine Agentur, oft bietet sie auch der Plattformbetreiber an. Dabei sein sollte die Person, die später auswertet und nachjustiert.
Dass digitale Abläufe nach dem Einrichten nicht von selbst richtig bleiben, habe ich auch am Beispiel der E-Mail-Strecken im Shop gezeigt. Für die Suche gilt dasselbe.
Fazit
Eine interne Suche liefert nur dann brauchbare Daten, wenn beim Einrichten einiges stimmt. Die Suchbegriffe werden gespeichert, Suchen ohne Treffer sind sichtbar, interne Suchen sind markiert, Suchergebnisseiten bleiben aus dem Google-Index, und persönliche Daten landen nicht in den Berichten. Vieles davon kann dein System schon.
Such heute einmal in deinem eigenen Shop nach einem Begriff, den du nicht führst. Prüf danach, ob diese Suche in deinem Backend oder in deiner Webanalyse auftaucht. Wenn nicht, weißt du, wo du anfangen musst.
Wie ist die Suche in deinem Shop eingerichtet, und weißt du, wo deine Suchdaten landen? Erzähl es mir gern auf LinkedIn.
Quellen
- Shopify, „Suche ändern“ (Shopify Search & Discovery), Shopify-Hilfe, o. J.: help.shopify.com/de/manual/online-store/search-and-discovery/search ↩ ↩ ↩ ↩ ↩ ↩
- shopware AG, „Shopware 6: Einstellungen, Suche“ (Version 6.7.12.0 oder neuer), o. J.: docs.shopware.com/de/shopware-6-de/einstellungen/suche ↩ ↩ ↩ ↩
- shopware AG, „Shopware 6: Einstellungen, Advanced Search 2.0“ (Version 6.7.13.0 oder neuer), o. J.: docs.shopware.com/de/shopware-6-de/einstellungen/advancedsearch-2-0 ↩ ↩ ↩ ↩
- Adobe, „Verwalten von Suchbegriffen“, Adobe Commerce Experience League, 2026: experienceleague.adobe.com/de/docs/commerce-admin/catalog/catalog/search/search-terms ↩ ↩ ↩
- JTL-Software, „Filtermöglichkeiten auf Artikelübersichtsseiten einrichten“, JTL-Guide, 2025: guide.jtl-software.com/jtl-shop/systemverwaltung/filtermoeglichkeiten-auf-artikeluebersichtsseiten-einrichten ↩ ↩ ↩ ↩
- JTL-Software, „Detailbeschreibung: Sucheinstellungen“, JTL-Guide, 2025: guide.jtl-software.com/jtl-shop/systemverwaltung/sucheinstellungen ↩ ↩ ↩ ↩
- PlentyONE, „Suchleiste“, Handbuch PlentyONE, o. J.: knowledge.plentyone.com/de-de/manual/main/artikel/suchleiste.html ↩ ↩ ↩ ↩ ↩
- WooCommerce, „WooCommerce Product Search: Reports“, 2026: woocommerce.com/document/woocommerce-product-search/reports ↩ ↩
- xt:Commerce, „xt:Commerce 6.x Changelogs“, xt:Commerce Handbuch, 2026: xtcommerce.atlassian.net/wiki/spaces/MANUAL/pages/767197185 ↩
- Google, „Ereignisse für optimierte Analysen“, Google Analytics-Hilfe, o. J.: support.google.com/analytics/answer/9216061 ↩ ↩ ↩ ↩
- Google, „Einwilligungsmodus auf Websites und in Apps“, Google Analytics-Hilfe, o. J.: support.google.com/analytics/answer/9976101 ↩
- Matomo, „Tracking Site Search Keywords“, 2026: matomo.org/faq/reports/tracking-site-search-keywords ↩ ↩
- Julian Kleinknecht, ConversionBoosting, „Interne Suche analysieren“, o. J.: conversionboosting.com/research/best-practice/interne-suche-analysieren ↩ ↩
- Google, „Internen Traffic herausfiltern“, Google Analytics-Hilfe, o. J.: support.google.com/analytics/answer/10104470 ↩ ↩ ↩ ↩
- Google Search Central, „Troubleshoot Google Search crawling errors“, 2025: developers.google.com/search/docs/crawling-indexing/troubleshoot-crawling-errors ↩ ↩
- Google Search Central, „Spam policies for Google web search“, 2026: developers.google.com/search/docs/essentials/spam-policies ↩
- Google Crawling Infrastructure, „Optimize your crawl budget“, 2026: developers.google.com/crawling/docs/crawl-budget ↩ ↩
- Google Search Central, „Block Search indexing with noindex“, 2025: developers.google.com/search/docs/crawling-indexing/block-indexing ↩ ↩
- Google Search Central, „Meta tags and attributes that Google supports“, 2025: developers.google.com/search/docs/crawling-indexing/special-tags ↩
- Google, „Senden personenidentifizierbarer Informationen vermeiden“, Google Analytics-Hilfe, o. J.: support.google.com/analytics/answer/6366371 ↩ ↩
- Google, „Understanding PII in Google’s contracts and policies“, Google Analytics-Hilfe, o. J.: support.google.com/analytics/answer/7686480 ↩